Rein durch die Statistikbrille betrachtet waren die Vorzeichen eindeutig: die Tabellendritten empfangen die Tabellenvorletzten, 5 Siege aus 6 Spielen treffen auf 5 Niederlagen aus 5 Spielen. Die SG Kappelwindeck/Steinbach war zu Gast bei den Eulenfrauen der TSG Friesenheim.
Allerdings sind die Gäste mit spürbar anderer Einstellung angereist und schienen den zuletzt gewonnenen Kampfgeist mit im Gepäck gehabt zu haben. Mit deutlichen Worten und angriffslustigen Augen wurde ein Sieg als klares Ziel benannt.
Mit Blick auf die letzten Saison war ein temporeiches Spiel zu erwarten - in das die Gastgeberinnen besser als in der Vorbereitung von Sekunde eins an hereingefunden haben. So haben die Eulenfrauen zunächst vorgelegt und sind bis auf 4:1 in Führung gegangen.
Dann allerdings waren auch die Gäste im Spiel angekommen und haben mit dem Vorsprung kurzen Prozess gemacht: Botarel per 7m, dann Schöffel und Kolasinac aus dem Spiel heraus und schon stand es 4:4.
Zu diesem Lauf der Rebländerinnen kam für die Eulenfrauen dann auch noch Pech dazu: Torfrau Juli Wolf läuft den entscheidenden Moment zu früh aufs Feld, das Kampfgericht sieht den Wechselfehler und Wolf verbringt die nächsten zwei Minuten auf der Bank.
Diese Einladung nutzt Lilith Klein dankend zum Führungstreffer für die Gäste. Der große Torregen bleibt allerdings aus, denn auch Lena Dettling macht ihre Sache im Friesenheimer Tor gut und der SG immer wieder Probleme. Vom kurzen Schreckmoment bringt Jana Marie Stolle die Eulenfrauen mit drei Treffern in zweieinhalb Minuten wieder in Führung.
Wer in dieser ersten Halbzeit so gar nicht mitspielt ist die Top-Torjägerin der Eulenfrauen, Rebecca Brecht. Die wird seit dem Spielbeginn von Petra Botarel kurz gedeckt und kommt damit fast ausschließlich vom 7m-Punkt zum Zug.
Das Ende der ersten Spielhälfte fällt aus Steinbacher Sicht den bekannten Problemen zum Opfer. Es läuft nicht ganz so rund, Frust kommt auf und der eigene Blick schwenkt vom Spiel auf die eigenen Fehler. Beim Zwischenstand von 21:16 endet die erste Halbzeit.
Schon auf dem Weg vom Feld wieder die neue Seite der Rebländerinnen: Fehler werden angesprochen, aber der Fokus liegt klar darauf, wie es besser laufen soll. Konstruktive Kommunikation, gegenseitiges Aushelfen, Optimismus und ein deutlich spürbares Teamgefühl prägen die ersten Minuten in der Kabine.
Die zweite Halbzeit verläuft zunächst torarm, erst nach vier Minuten zappelt der Ball zum ersten Mal wieder im Netz. Insgesamt bleibt der Abstand zwischen den beiden Teams, mit kurzen Ausnahmen, recht konstant. Die Eulenfrauen legen vor, ihre Gäste folgen konstant mit 5 Toren.
Zum Spielende hin sinkt die Motivation der Steinbacherinnen dann wieder, als absehbar scheint, dass sich gegen die drohende Niederlage wenig machen lässt. Lichtblicke in dieser Stimmung setzt vor allem Lilia Oost, die immer wieder Unaufmerksamkeiten beim Friesenheimer Passspiel abfängt und direkt mit erfolgreichen Gegenstößen bestraft.
Auch das letzte Tor des Spiels geht auf Oosts Konto, 5 Sekunden vor Schluss trifft die Rebländerin zum 38:33 Enstand.
Nächsten Samstag steht in Bühl das Kellerduell an, die SG Kappelwindeck/Steinbach empfängt die SG Schozach-Bottwartal. Für die Rebländerinnen eine neue Gelegenheit, mit der richtigen Einstellungen um die ersten Punkte zu spielen.
Die Eulenfrauen dagegen haben in Erlangen die Chance, den bisher ungeschlagenen Tabellenführerinnen Konkurrenz um die Platzierung zu machen.