Auf einer ihrer längeren Auswährtsfahrten waren die Damen des TSV Haunstetten am Sonntag zu Gast bei der SG Kappelwindeck/Steinbach. Nachdem die Augsburgerinnen bisher stetig abwechselnd Siege und Niederlagen verbucht haben, war rein dem Muster nach betrachtet wieder ein Sieg an der Reihe.
Die Gastgeberinnen dagegen wollten nach ihrer Niederlagenserie endlich zum ersten Mal als Siegerinnen vom Platz gehen. Die entsprechende Anspannung hat man ihnen zwar angemerkt, trotzdem haben die Steinbacherinnen zum Aufwärmen in erster Linie Spaß und gute Laune ausgestrahlt.
Beide Teams haben vom Spielbeginn an mit starken Defensiven geglänzt. Zwar haben die Badenerinnen nie geführt, ihre Gäste aber auch nicht weiter als zwei Tore davon ziehen lassen. Das lief rund eine Viertelstunde lang so, bei 15:40 stand es noch 4:6.
Dann allerdings ging ein Ruck durch’s Spiel. Die Augsburgerinnen haben hinten etwas stärker zugepackt und sich vorn etwas stärker durchgesetzt. Gleichzeitig hat sich bei den Steinbacherinnen der bekannte Frust eingestellt. Das haben die Gäste genutzt, um ihren Vorsprung bis zur Halbzeit auf 9:13 leicht auszubauen.
Zurück aus der Kabine haben die Gastgeberinnen eine Überraschung mitgebracht: die eigentlich verletzungsbedingt länger ausfallend geglaubte Desire Kolasinac ist nicht nur zum 7m-Punkt angetreten sondern hat auch ins Spielgeschehen eingegriffen.
Durch die Unterstützung beflügelt ist bei den Gastgeberinnen mental der Schalter gekippt. Etwa ab Spielminute 40 gab es daher in Bühl einen Handballkrimi vom Feinsten zu sehen. Von einem kurzen Aufbäumen unterbrochen ist der Haunstetter Vorsprung Tor für Tor geschrumpft, währen die Rebländerinnen richtig Druck nach vorn gemacht haben.
Richtig spannend wurden dann die letzten Spielminuten. Seit 52:17 steht es 21:24. Bei 54:31 bringt Leni Goldbach die Gäste einen Punkt nach vorn. 19 Sekunden später verkürzt Desire Kolasinac wieder auf 22:25. Knapp zwei Minuten Ruhe auf der Anzeigetafel. Dann Jubel auf der Steinbacher Bank: Kolasinac zum 23:25.
Noch 3:21 auf der Uhr. Timeout Haunstetten. Anschließend vereiteln sich zwei hochmotivierte Abwehrreihen gegenseitig weitere Treffer. Gute drei Minuten keine Tore, ehe 8 Sekunden vor Schluss dann doch noch eins fällt: Anaïs Schöffel verkürzt zum 24:25.
Noch ehe Haunstetten wieder am Anwurf steht, beendet die Hupe allerdings den Krimi. Wieder nehmen die Rebländerinnen keine Punkte mit, doch diesmal wirken sie anders als nach den letzten Spielen. Diesmal sind da nicht nur Enttäuschung und Frust zu sehen sondern Kampfgeist liegt in den Augen und auf den Zungen.
Ein spielfreies Wochenende wartet auf die SG Kappelwindeck, ehe sie am 31.10. bei den drittplatzierten Eulenfrauen zeigen können, welcher schlummernde Wille da in ihnen geweckt wurde.