Bretzenheim spielt Favoritenrolle klar aus

Eigentlich hätte der Ausgang dieses Spiels vorher schon absehbar sein sollen. Während für Bretzenheim die Meisterschaft rechnerisch noch möglich ist, spielt Meisenheim im Tabellenkeller knapp über den beiden Rücklichtern. Schon die ersten Minuten des Spiels allerdings haben die entsprechenden Erwartungen so gar nicht erfüllt.

Erst in der siebten Minute fiel das 1:1, das 2:2 dann in der elften. Jeder Angriff wurde bis Ultimo ausgespielt und beide Seiten warfen lieber neben das Ziel anstatt ins Tor. Das 3:2 in der 14. Minute hat dann zwar den Siegeszug der Gastgeberinnen eingeläutet, die Trägheit des Spiels aber noch nicht beenden können. Erst in der 17. Minute ist mit dem 5:2 der Knoten geplatzt und die Bretzenheimerinnen konnten sich bis zur Halbzeit auf 15:5 absetzen.

Obwohl die Gäste sichtlich um Anschluss gekämpft und das Spiel nie aufgegeben haben, konnten sie dem Bretzenheimer Team effektiv nichts entgegenstellen. Durch zu viele eigene Fehler im Angriff wurde der Abstand nie kleiner und auch die akzeptable Defensive konnte nur aus dem aufgebauten Spiel heraus punkten. Gegen die schnellen Abschlüssen der Gastgeberinnen aus Gegenstößen und zweiter Welle konnte Meisenheim keinen Hebel finden und musste immer wieder ins eigene Netz greifen. Auch der Wechsel der Torfrau zur Halbzeit brachte keine Verbesserung der Situation. Mit 16:7 Toren allein in der zweiten Hälfte konnten sich die Gäste zwar verbessern, mussten sich schließlich aber dem Favoriten 31:12 geschlagen geben.

Gelernt habe ich insbesondere in der zweiten Halbzeit den Unterschied zwischen tatsächlicher und gefühlter Helligkeit sowie der Unabhängigkeit der Motivhelligkeit vom Standort des Fotografen. Zur nachmittaglichen Anwurfzeit (14:30 Uhr) schien die Sonne aus Südwesten auf und in die Halle. Während ich die erste Halbzeit am östlichen Ende des Spielfelds verbracht habe, wurde neben meinen Motiven also auch ich selbst beleuchtet und die Helligkeit um mich herum und diejenige auf dem Spielfeld waren gleich.

Nach der Halbzeitpause allerdings habe ich mit dem Bretzenheimer Angriff die Hallenseite gewechselt und saß nun im Westen – die Sonne im Rücken. Wegen der Positionierung der Fenster kam die direkte Sonneneinstrahlung nicht zu mir sondern traf erst im Sechsmeterraum auf das Spielfeld. Ich saß also im Schatten, während meine Motive beleuchtet wurden. Trotz dieses wie vorher beleuchteten Spielfeldes kam mir aus dem Schatten heraus die Halle insgesamt dunkler vor. Ein Blick auf die Belichtungsmessung der Kamera strafte dabei mein Gefühl allerdings lügen, bei gleicher Blende und Belichtungszeit hat sich die Auto-ISO im Vergleich zu Halbzeit eins nicht verändert. Auch sind die Bilder bei ebendiesen gleichen Einstellungen nicht plötzlich dunkler geworden – im Gegenteil, die Angreiferinnen wurden nun, dank Blick nach Westen, angenehm von vorn beleuchtet.