Leere Ränge

Eine ungewohnte Atmosphäre und ein ungewöhnlicher Spielverlauf. Samstag Abend, Sporthalle Berg Fidel, der USC Münster empfängt den VfB Suhl. Soweit kein außergewöhnliches Szenario – wären da nicht die leeren Tribünen, das fehlende Publikum, die Fieberkontrolle am Einlass…

Während die Nation mit dem Lockdown kämpft, darf Profisport unter entsprechenden Auflagen weiterhin stattfinden. Nicht zweimal sagen ließen sich das die Damen aus Suhl – gegen den Tabellenvorletzten sind die Gäste als klare Favoriten angereist. Von ihrer Außenseiterrolle haben die Münsteranerinnen allerdings ganz offensichtlich nichts mitbekommen. Von Beginn an zeigt der USC vollen Einsatz und bringt aus jeder Lage Ergebnisse.

Die wenigen Hallenbesucher geben währenddessen ihr Bestes, für Stimmung zu sorgen. Am lautesten fallen dabei die drei Trommler auf, die sich zwischen Plakaten mit Fan-Fotos platziert haben. Fast ebenso laut ist kontinuierlich die Stimme von Michael Reschke zu hören. Der Hallensprecher lässt sich auch von leeren Rängen nicht unterkriegen und sorgt für Stimmung. Nur die La Ola will einfach nicht funktionieren.

Während der USC sich den ersten Satz mit 25:20 Punkten sichert, macht sich auf der Suhler Bank eher Unverständnis breit. Aus dem Spielgeschehen würde man annehmen, die Rollenverteilung sei genau gegensätzlich und der VfB sei als Außenseiter angereist.

Einen gerade in der aktuellen Zeit umso wichtigeren Job haben die diversen Medienvertreter – bringen sie doch all den zu Hause gebliebenen Fans das Spiel ins Wohnzimmer. Also wird fleißig geschrieben, erzählt und fotografiert – gerade letzteres aus allen erdenklichen Winkeln und Positionen.

Auch den zweiten und dritten Satz können die Gastgeberinnen für sich entscheiden. Zwar konnte Suhl im dritten Satz kurz nochmal für Spannung sorgen, zwischenzeitlich auf 21:21 ausgleichen. Danach gelang den Gästen allerdings nur noch ein einziger Punkt, während der USC souverän auf 25 Zähler nachgelegt hat. Münster sichert sich mit dem Sieg Tabellenplatz 9, während der VfB auf Platz 5 rutscht.