Stimmungskiller

Genau genommen ist der Titel irreführend, denn Stimmung gab es durchaus bei diesem Spiel – allerdings nicht solche, die man sich wünschen würde. Doch von vorn und schön der Reihe nach.

Bereits von Beginn an litt das Spiel unter einer aggressiven Atmosphäre. Beide Teams wollten viel: Gonsenheim hätte mit einem Sieg an Saulheim vorbei auf Tabellenplatz 3 ziehen können, Kirn wiederum bräuchte die zwei Punkte, um den Anschluss an Spitzenreiter Sobernheim nicht zu verlieren.

Kommentar

Zunächst lagen beide Teams ungefähr gleichauf, Kirn immer eine Nasenspitze vorn, die Gastgeberinnen aber immer im Nacken. Ab der 24. Minute änderte sich das drastisch – ein ungebremster Lauf der Gäste brachte ihnen 8 Zähler Vorsprung, sogar über den Seitenwechsel hinaus. Erst in der 32. Minute konnten die Mainzer die Reißleine ziehen und selbst immerhin ab und an nachlegen.

Deutlich spürbar der Frust der Gastgeberinnen, die Atmosphäre verschlechterte sich mit jeder Minute. Die unnachgiebig aus beiden Coachingzonen angeheizte Stimmung provozierte immer groberes Zupacken, immer unsportlicheres Verhalten und damit einhergehend auch immer mehr technische Fehler. Letztere wiederum waren in diesem Teufelskreis Anlass für neue Kommentare von der Seitenlinie.

In den vergebenen Strafen spiegelt sich das Verhalten beider Seiten nicht wider – vier Verwarnungen und drei Hinausstellungen insgesamt sind eine milde Ausbeute für dieses Spiel.

Viel Spaß kommt durch solches Verhalten kaum auf – weder für die Spielerinnen noch im Publikum. Ein faires und sportliches Miteinander sollten stets die Grundlage auch solch deutlicher Spiele sein. Frust durch deutliche Ergebnisse ist durchaus verständlich, sollte aber nicht zum Grund für unnötige Aggressivität werden. Am Ende des Tages sind Gegner doch auch nur Grund dafür, dass man den Sport überhaupt ausüben kann und nicht einsam in einer leeren Halle steht. Wer aufeinander angewiesen ist, sollte auch entsprechend miteinander umgehen.