Schritt für Schritt

Laufwettbewerbe sind die großen Publikumsmagneten der Leichtathletik. Auch bei den Rheinland-Pfalz-Hallenmeisterschaften war das nicht anders – in diesen Wettbewerben sind die meisten Athleten gestartet, es gab insgesamt mehr Lauf- als technische Wettbewerbe und dementsprechend war auch das Interesse daran vor Ort.

Fotografisch bieten diese Wettbewerbe einige Herausforderungen. Gerade die 60m Hürden- und Sprintläufe sind unter 10 Sekunden vorbei – da bleibt schlicht nicht viel Zeit für spontane Ideen. Im Grunde muss hier also noch vor dem Startschuss das Motiv gewählt werden, damit im Lauf selbst im richtigen Moment alles bereit ist. Im Gegensatz zu technischen Wettbewerben wie dem Stabhochsprung gibt es vielfach auch nicht mehrere Versuche pro Athlet – maximal zwei, im jeweiligen Vorlauf und, sofern qualifiziert, im Finale. Da ist wenig Platz für Experimente, wenn das Bild sitzen soll.

Deutlich mehr werden einem Fehler in den Langstrecken verziehen. Wenn die Athleten mehrere Runden im Kreis drehen, bedeutet das direkt auch mehrere Fotomöglichkeiten für mich. Das folgende Bild von RLP-Hallenmeister 800m Jakob Gieße ist in der zweiten oder dritten von vier Runden entstanden. Zum Startschuss konnte ich im Startbereich sein, hatte dann zwei Runden lang Zeit, mich an der Strecke entlang zu bewegen und konnte zum Zieleinlauf aber auch wieder im Zielbereich Bilder machen.

Während des Starts und kurz danach bieten sich relativ einzigartige Motive an. Solange die Athleten zum Ausgleich der Streckenlänge noch in ihren eigenen Bahnen bleiben, lassen sich dadurch alle Läufer versetzt aber hintereinander zeigen – wenn später alle in der Innenbahn laufen und eine Linie hintereinander bilden, zeigen Bilder von vorn schnell nur noch den ersten in der Reihe.

Meine erste Idee zum Hürdenlauf war gleich, die Athletinnen von vorn zu zeigen und gleichzeitig die Symmetrie der stehenden Hürden als Gegensatz zu den Läuferinnen in Aktion zu setzen. Einzige Option dazu war, diese Bilder vom Auslaufbereich aus zu machen. Das hat für mich dann auch direkt etwas sportliche Betätigung bedeutet, denn um den Sportlerinnen ihren Auslauf zu ermöglichen und nicht im Weg zu stehen, muss ich den Bereich natürlich rechtzeitig verlassen haben. Da ich während des Laufs ja aber noch Bilder machen wollte, blieb mir nicht allzuviel Zeit, aus dem Bereich heraus zu stolpern.

Sehr positiv ist mir beim Hürdenlauf die Beschriftung der Hürden aufgefallen. Ohne einen Kontext zu nennen ist so doch aus dem Bild selbst heraus immerhin zu erkennen, wo der Wettkampf stattfindet.