Vorbereitung ist alles

Bilder schnell zu liefern ist das eine – dabei trotzdem keine Fehler zu machen und sich gegen unwillige Technik oder eigene Schusseligkeit zu schützen, steht auf einem anderen Blatt. Beides unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach, durchaus aber machbar. Auch hier gilt wieder: Disziplin ist die halbe Miete. Wir werden uns deshalb am Ablauf einer beispielhaften Veranstaltung entlang hangeln, dabei die auftretenden Fallstricke und Fettnäpfchen ansehen und klären, wie die vermieden werden können.

Wichtigster Punkt zuerst: was wird überhaupt fotografiert? Gerade bei Events, mit denen man sich bisher noch nicht beschäftigt hat, steht hier erstmal Recherche an. Bevor ich eine neue Sportart fotografiere, mache ich mich damit bekannt, lerne die Regeln, schaue auf Youtube, was ich dazu an Videomaterial finde und lasse mich von Menschen mit Fachkenntnis zu dieser Sportart auf Besonderheiten hinweisen. Ich mache mich mit der Wettkampfstätte vertraut, welche Maße ein Spielfeld hat und wie groß mein Abstand zum Geschehen sein wird. Anhand dessen kann ich eingrenzen, welche Ausrüstung ich mitnehmen werde.

Je nach „Lieferdruck“ kann ich mir auch vor der Veranstaltung schon Motive heraussuchen. Bin ich einfach nur zum Ausprobieren auf einer Veranstaltung, dann föllt dieser Schritt weg und ich mache genau das – den Wettkampf auf mich wirken lassen und einfach mal schauen, was dabei entsteht. Ist aber im Vorfeld schon klar, dass ich mir diese Freiheit nicht gönnen kann sondern gewisse Bilder einfach liefern muss, dann bereite ich mich auch genau darauf vor. Ich stöbere auf Flickr oder Instagram nach entsprechenden Schlagworten, schaue mir an, wie andere Fotografen das Thema umgesetzt haben und lasse mich davon inspirieren.

Am Tag vor der Veranstaltung steht das Packen auf dem Plan. Um nicht gehetzt und in Eile etwas zu vergessen, ist es lohnenswert, sich dafür Zeit zu lassen. Neben des tatsächlichen Einpackens der Ausrüstung fallen hier noch weitere wichtige Punkte an. Zum einen sollten alle Akkus geladen werden – nichts ist schlimmer, als mit leeren Akkus zum Event zu kommen und jetzt ist noch ausreichen Zeit zum Laden. Und zum anderen sollten jetzt alle Speicherkarten geleert, formatiert und in die Kameras gesteckt werden. Ebenfalls sollten – falls vorhanden – jetzt Akkreditierung und/ oder Auftrag aus dem Drucker kommen und ins Gepäck wandern. Und last but not least sollte – ebenfalls sofern vorhanden – der Zeitplan ausgedruckt und eingepackt werden. Es schadet nie, zu wissen, was als nächstes ansteht!

Am Veranstaltungstag selbst gilt es dann, lieber zu früh als zu spät vor Ort zu sein. Manche Veranstalter haben entsprechende Regeln und Vorgaben, aber auch ohne solche Einschränkungen ist frühes Erscheinen angebracht. Das gibt ausreichend Zeit, sich mit dem Veranstaltungsort vertraut zu machen und die eigene(n) Fotoposition(en) in Augenschein zu nehmen. Dabei bietet sich an, eventuell geplante Motive zu prüfen und zu sehen, welche Teile des Hintergrunds verwendet werden sollen (z.B. Logos der Veranstaltung, das Publikum o.ä.) und welche Teile gemieden werden sollen (z.B. leere Wände, Werbebanner o.ä.). Mit den entsprechenden geistigen Vermerken geht es dann in die Veranstaltung selbst – aber darum soll es ein anderes mal gehen.